Wolfgang Niedecken

Herr Niedecken, was hat Sie bewogen, sich für diese besondere Benefizprojekt zu engagieren?
Wenn man wie ich oft in Afrika ist und etwas erreichen will, wenn man eine Lobby für afrikanische Themen schaffen will, dann ist man auf „Waffenbrüder“ angewiesen. Und ich finde es wichtig, dass da noch ein paar Leute mit im Boot sind, die einem dabei helfen können. Natürlich ist immer die Gefahr da, dass diese Themen, mit denen man in die Öffentlichkeit geht,  inflationär wirken. Andererseits muss man seine Ziele auch konsequent verfolgen. Ich versuche das mit dem Thema „Kindersoldaten“. Und hier sehe ich auch den Zusammenhang mit dem Engagement von Karlheinz Böhm und seiner Äthiopienhilfe. Bei der Märchen-CD wird ebenfalls etwas Konkretes unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ für Afrika getan. Deshalb kann man sich hier auch gegenseitig helfen. Ich schätze das sehr, was da auf die Beine gestellt wird. Das ist schon enorm und verdient meinen größten Respekt.

Was verbindet Sie mit Afrika?
Bereits seit 2004 bin ich Botschafter der Aktion „Gemeinsam für Afrika“. Dadurch bin ich nach Norduganda gekommen und habe dort hautnah das Schicksal der Kindersoldaten erlebt. Durch diese persönlichen Eindrücke engagiere ich mich dort besonders. Unser „Projekt Rebound“ bekommt mit BAP und mit mir ein Gesicht. Genauso ist es mit „Menschen für Menschen“ und Karlheinz Böhm. Wenn man eine Sache für wichtig hält, muss man sich auch dafür hergeben, aber man steht auch in einer großen Verantwortung.

Können Sie noch etwas zu Ihren aktuellen Projekten sagen?
Unsere Tour ist jetzt so gut wie beendet. Wir hatten tolle Konzerte. In der Arbeit geht es aber weiter. Wir werden bei kommenden Festivals vielleicht mal einige der Nummern rauskramen, die wir vor einem Vierteljahrhundert gebracht haben. Ich denke da auch an das abgesagte Konzert im Palast der Republik und den Song „Deshalv spill mer he“, an dem die DDR-Tour gescheitert ist.
Jetzt wünsche ich dem Märchen-Projekt aber erst mal alles Gute!


(c) Foto: EMI Capitol