Karin Kortmann

Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Frau Kortmann, was hat Sie bewogen, sich für dieses Benefizprojekt zu engagieren?
Walter Riester sprach mich darauf an. Dann habe ich mir die bisherigen CDs angehört, war begeistert und habe sehr gerne zugesagt. Die Märchen sind spannend und nehmen uns mit in einen anderen Kulturkreis. Sie machen neugierig auf Afrika und seine Menschen. Die Geschichten sind so lebendig, dass man die Augen dabei schließen kann und man hört das laute pulsierende Afrika und glaubt die Gerüche Afrikas einatmen zu können.

Was verbindet Sie mit Afrika?
Afrika ist mehr als ein Kontinent: Afrika hat eine atemberaubende Natur, unendliche Ressourcen, herzliche Menschen. Aber eben auch: Hunger, Armut, Gewalt, Korruption. Afrika hat Hilfe nötig. Afrika ist unser Nachbarkontinent und mit den AfrikanerInnen wollen wir in guter Nachbarschaft leben. Wer einmal dort war, wird für immer gefesselt sein. Afrika lässt mich nicht mehr los. Ich war in vielen Ländern Afrikas zu Gast, zu Regierungsgesprächen, auf Konferenzen, habe Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit besucht. Ich kam von jedem Aufenthalt reich beschenkt mit Eindrücken zurück.

Können Sie noch etwas zu Ihren aktuellen Projekten sagen?
Ich habe als gebürtige Rheinland-Pfälzerin eine ganz besondere Nähe zu Ruanda. Das kleine Land ist seit über zwei Jahrzehnten unser Partnerland. Dort hat einer der schlimmsten Genozide stattgefunden, vor den Augen der Vereinten Nationen. Heute leben dort Täter und Opfer Tür an Tür und müssen gemeinsam nach vorne schauen. Versöhnung und Vergebung, Gerechtigkeit und Solidarität, fairer Interessenausgleich liegen hier eng beieinander.  Wer wie ich in einer Demokratie geboren ist, wird angesichts solcher Tragödien dankbarer und hilfsbereiter. Ich unterstütze die Menschen in Ruanda bei der Trauma-Bearbeitung, vor allem in der Verbesserung des Bildungssystems, der Energieversorgung und beim Aufbau eines gerechten Steuersystems.

Und deshalb wünsche ich auch der Märchen-CD zugunsten Äthiopiens viel Erfolg!


(c) Foto: Michael Kraus