Vorwort

Jens Semrau & Andre Lamijon – Abendland Projekt

© Mathias Wagner

Als wir im Frühjahr 2006 die ersten Titel zur nun vorliegenden Produktion zu komponieren & zu schreiben begannen, hatten wir letztlich selbst mit einem derart umfangreichen Werk nicht gerechnet.
Der Grund für die Dimension dieser Produktion erklärt sich zum einen mit dem schöpferischen Drang, der jedem Menschen innewohnt und zum anderen mit dem Anspruch, durch das Wort – getragen von Musik – einer Kulturindustrie die Stirn zu bieten, die dazu beiträgt, das Kunst zum inflationären Begriff verkommt.

In einer Zeit, in der Produzenten und Konzernmogule mit ihrer finanziellen Übermacht den kreativen Köpfen das Brandzeichen scheinbaren Erfolges zu Lasten von Anspruch und Qualität auf die Stirn zu brennen suchen – während Geschichte verfälscht und Sprache zur Groteske verkommt - wollten wir ganz einfach eigene Wege gehen...

Dank der Liebe zur Poesie, zum Kino und zur klassischen Musik schwebte uns im Geist eine Art „vertonter Film“ vor, in dem die Texte einen Bildersturm auslösen und so zum Denkanstoß werden sollten.

Die Musik sollte dabei gleichrangig neben dem Wort stehen, das Wort gleichermaßen unterstreichen und zum Höhepunkt führen. Ein Ineinandergreifen beider Komponenten erzielten wir nun dadurch, dass wir die Texte in die Musik hineingeschrieben und die Musik wiederum auf den Text komponierten.

Um dem „Klangbild“ möglichst noch die Krone aufzusetzen, engagierten wir die (Synchron-) Stimmen von einigen der bekanntesten Schauspieler unserer Zeit.

Als roter Faden, der das Werk durchzieht, können die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe angesehen werden. An diesen tragenden Säulen der abendländischen Kultur lehnen sich Text und Musik thematisch – stets in der Spanne zwischen Krieg und Frieden stehend – immer wieder an.

Auf eine namentliche Nennung historischer Persönlichkeiten in den Texten haben wir ganz bewusst verzichtet. Es hätte einfach den Rahmen des Werkes gesprengt.

Einzige Ausnahme bildet die Nennung des Sohnes GOTTES, Jesus Christus. Warum? Weil der christliche Glaube samt jüdischem Geistesleben, über den Einfluss der griechischen und römischen Kultur hinaus, das Abendland im höchsten Maße geprägt haben. So berührt das Kreuz aus der tiefen Vergangenheit heraus also auch Gegenwart und Zukunft des Okzidents.

© Mathias Wagner

Es lag uns fern, Geschichtsunterricht erteilen zu wollen. Deshalb finden sich in der Titelabfolge auch immer wieder zeitlose Themen, die, auch mit einem Lächeln behandelt, im Gesamtkonzept an verschiedenen Stellen ihre Einordnung erfahren - wie beispielsweise die Liebe.

So bleibt uns nur noch eines zu sagen:

Wir verneigen uns vor allen, die uns durch ihre glänzende Hingabe dieses Werk in der vorliegenden Form erst ermöglicht haben.

Jens Semrau - Andre Lamijon

Sommer 2009